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Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft sein

Silvan Steiner hat ein grosses Zwischenziel erreicht: Er ist im ersten Arbeitsmarkt tätig und hat eine Arbeit, die ihm gut gefällt. Aufgrund einer Lernschwäche bezieht er eine IV-Rente. Nach der Anlehre zum Schreiner war er einige Jahre an geschützten Arbeitsplätzen tätig – seit 2014 bei obvita in verschiedenen Bereichen: Mechanik, Pharma-Abteilung und Kabelmontage. Es gefiel ihm, aber die Arbeit war ihm oft zu eintönig und manchmal auch zu anstrengend. Er konnte sich zunehmend weniger motivieren und hatte persönliche Probleme. Ein von obvita organisierter, früherer Arbeitseinsatz bei einer auswärtigen Firma gab ihm neuen Antrieb. Er wollte auf eigenen Beinen stehen, Vorwärtskommen. Im Nachhinein erkannte er, dass ihm noch Durchhaltewillen und der Ehrgeiz fehlten, um diesen Schritt erfolgreich gehen zu können.

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«Am besten gefällt mir, dass kein Tag wie der andere ist.» Silvan Steiner

Nach diesem Einsatz kam er zurück zur Kabelmontage, wieder in den geschützten Rahmen und war dementsprechend wenig motiviert. Im Mai 2016 meldete er sich zum obvita-Projekt «jobmacher» an. Dieses suchte Mitarbeitende, die mit professioneller Begleitung den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt wagen wollten. Das war die Gelegenheit, auf die er gewartet hatte. Mit Hilfe seines Job Coachs Fabian Schönholzer und dem sogenannten Unterstützerkreis – Familie, Bekannte, Vorgesetzte – wurden passende Einsatzbetriebe gesucht. In Frage kamen Gartenbau, Logistik, Schreinereien und Firmen, die mit Holz arbeiteten. Er erstellte Bewerbungsschreiben, übte Vorstellungsgespräche und erhielt erste Schnuppereinsätze – bei einem Gartenbauer und in einer Recyclingfirma. Das richtige war noch nicht dabei – entweder war die Firma nicht zufrieden oder ihm gefiel es nicht. Im Januar konnte er bei Delta Möbel in Haag in der Logistik schnuppern. Es passte! Dem verlängerten Schnuppereinsatz folgte ein zweimonatiges Praktikum und schliesslich im Februar 2016 eine Anstellung. Sein Arbeitsvertrag läuft weiterhin über obvita – das gibt dem Betrieb und ihm die Sicherheit, dass er nicht plötzlich ohne Arbeitsplatz dasteht, falls es nicht mehr so gut laufen sollte.

Bleiben und an sich arbeiten

Seine Arbeit ist sehr vielfältig: Er stellt Artikelbestellungen zusammen, macht Möbel-Vormontagen, hält Gelände und Gebäude sauber oder liefert Möbel aus. Er hilft, Ausstellungen umzustellen oder Events vorzubereiten. Auf dem grossen Gelände kennt er sich mittlerweile gut aus. Er kann seine handwerklichen Fähigkeiten einbringen und sein Arbeitgeber schätzt seine Zuverlässigkeit. Dass er manchmal etwas langsamer ist als Andere, wird durch gute Teamarbeit kompensiert. Am besten gefällt ihm, dass kein Tag wie der andere ist. Zwar hat er eine lange Anreise zur Arbeit – über eine Stunde – aber das ist es ihm wert.

Früher hatte er oft das Gefühl, belächelt zu werden. Die Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt gibt ihm nun das Gefühl, ein wertvolles Glied in der Gesellschaft zu sein. Hier möchte er bleiben, sich bewähren und verbessern. Sein Ziel bei «jobmacher» war eine sinnvolle und erstrebenswerte Arbeit, die Freude macht. Das ist für ihn Lebensqualität.

«jobmacher»

Mit dem Projekt jobmacher geht obvita neue, innovative Wege bei der Integration von Menschen mit einer Beeinträchtigung. Angestrebt wird dabei der Wechsel vom geschützten Arbeitsplatz in den ersten Arbeitsmarkt. Für den Erfolg entscheidend ist der Einbezug des persönlichen Netzwerkes. Das Angebot richtet sich in der ersten Projektphase an interessierte interne Mitarbeitende, welche durch Job Coaches beraten und betreut werden. www.jobmacher.ch