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Mitten in der Ausbildung

Micaela Solenthaler, 17 Jahre, ist im zweiten Lehrjahr zur Küchenangestellten EBA bei obvita.

Weshalb haben Sie sich für diese Ausbildung entschieden?
Ich schnupperte zuerst in der Pflege in einem Heim. Weil dort in der Küche gerade zu wenig Personal war, half ich aus. Es gefiel mir so gut, dass ich im Anschluss gleich noch eine Woche in der Küche schnupperte. Da war mein Berufswunsch klar. 

Wie kamen Sie zu obvita?
Mit neun Jahren erkrankte ich an Diabetes. Ich bin oft krank und wenn ich meine Insulinpumpe umstellen muss, kann es sein, dass ich für ein bis zwei Monate ausfalle. Jede Woche muss ich zum Arzt und dafür auch manchmal früher gehen etc. Ich habe zwar ein Messgerät am Körper, aber wenn ich nicht gut eingestellt bin, kann’s gefährlich sein. Darum wurde mir die Ausbildung bei obvita empfohlen.

Was sind Ihre Stärken?
Desserts und Ausgarnieren. Bei den Desserts hat man so viele Möglichkeiten und kann kreativ sein. Ich habe eine Vorstellung im Kopf und setze diese um. Zum Beispiel mit Lebensmittelfarbspray, Glitzer auf Schokolade, farbigem Rahm oder aus Khaki ausgestochenen Herzen. Ich arbeite auch gerne mit anderen Menschen zusammen und habe Geduld, beispielsweise in der Begleitung von Schnupperlernenden. 

Ich schätze es, dass ich bei obvita sehr gut begleitet werde und dass meine Ausbildnerin Verständnis hat, wenn es mir nicht gut geht.

Was machen Sie nicht so gern?
So früh aufstehen! Ansonsten nichts. Ich habe den Beruf ausgewählt, weil er mir gefällt. Abwaschen und putzen gehört halt einfach dazu. Am Anfang hatte ich Mühe mit Druck. Zum Beispiel, wenn ich selbstständig ein Menü machen sollte, das machte mir Angst. Das läuft jetzt aber ganz gut. Gestern haben wir zu zweit die warme Küche «geschmissen»! 

Wie gehen Sie mit Druck um?
Beim Arbeiten ist es kein Problem. Wenn der Chef mal ausrastet, darf man’s halt nicht persönlich nehmen. Wenn ich es mit der Diabetes nicht so gut habe, ertrage ich Stress schlecht und das kann auf meine Psyche schlagen. Es fühlt sich für mich dann an, wie wenn man mit einer Grippe arbeiten geht und dazu auch noch sehr traurig ist. An solchen Tagen bin ich unmotiviert, langsam und rede wenig. Dann suche ich das Gespräch mit der Vorgesetzten, um gemeinsam eine Lösung zu finden. Wichtig ist, dass ich darüber reden kann. 

Was schätzen Sie an der Ausbildung bei obvita?
Die Unterstützung in der Schule, wie Lernen plus. Das ist wichtig für mich, weil ich Legasthenikerin bin. Vor allem aber auch, dass ich von Frau Fürer sehr gut begleitet werde und sie Verständnis dafür hat, wenn’s mir nicht gut geht. Sie schaut sehr gut auf uns Lernende; man spürt, dass sie um uns besorgt ist. Manchmal begleitet sie mich an Arzttermine, um zu erfahren, was wichtig ist für mich und hilft mir, mit der Diabetes gut umzugehen. 

Was sind Ihre Ziele nach der Ausbildung?
Ich bewerbe mich für eine Lehrstelle als Köchin EFZ im ersten Arbeitsmarkt. Ich möchte nicht unbedingt in einem A-là-carte-Restaurant arbeiten, lieber in einem Altersheim oder einer Rehaklinik. Ich bin aber sehr offen und versuche alles. Später würde ich gerne eine Weiterbildung zur Diätköchin machen oder nach dem EFZ-Abschluss Saisonstellen in der Schweiz oder im Ausland annehmen. So könnte ich meinen Beruf mit dem Wunsch, zu reisen, verbinden. Meine Wunschdestination ist Island, das Land fasziniert mich. Ich war noch nie dort – aber ich mag die Natur, die Klippen und das Klima. 

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