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11. «Forum.Integration im Pfalzkeller» - 25. März 2019

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«Wirtschaft und soziale Anliegen sind keine Gegensätze»

In der 11. Ausgabe des alljährlichen «Forums.Integration im Pfalzkeller» vom 25. März 2019 zeigen die Veranstalter Procap, Profil Arbeit & Handicap, Dreischiibe, obvita sowie Suva den Nutzen von Jobcoaching für Arbeitgeber auf. Dies betrifft die Integration von Personen mit gesundheitlichen Leistungsbeschränkungen in die Arbeitswelt.

Jobcoaching als erfolgreiche Integrationsmethode 

Beim Jobcoaching oder „Supported Employment“ wird der Auftrag abgeklärt, ein Assessment durchgeführt, man prüft also die Bedürfnisse, wo jemand arbeiten möchte. Danach begeben sich Jobcoaches auf Jobsuche mit der betreffenden Person, begleiten sie bei der Arbeit – und führen eine Nachbetreuung durch. Begleitet werden auch bereits Angestellte, die in eine Krise geraten. Der Jobcoach ist häufig Übersetzer zwischen Klienten und Arbeitgebern. Arbeitgeber erhalten teils finanzielle Beiträge und werden bei Versicherungsleistungen unterstützt. Eine erfolgreiche Integration führt in der Regel zu einer Rentenreduktion, weniger Kosten für Klinikaufenthalte und entlastet Arbeitgeber beim Administrativaufwand. Das Einstiegsreferat am Forum vom 25. März hält Jobcoach und Dozent Marco Dörig. Er leitet die Sozialinstitutionen «Sonnenhalde» und «Tandem» und unterrichtet an der Fachhochschule St. Gallen die Fächer Supported Employment, Soziologie und Arbeitsintegration.  

Dreifache Winwin-Situation 

«Menschen mit psychischen Schwierigkeiten wünschen Autonomie, Verzicht auf Medikamente, eine sichere Arbeitsstelle. Die Versicherer streben Einsparungen, Einkommenserzielung und ebenfalls sichere Arbeitsverhältnisse an. Die Ziele der Arbeitgeber lauten kein Zeitaufwand, langjährige Mitarbeiter und Teamfähigkeit. Bei erfolgreichem Jobcoaching werden die Ziele aller drei Stakeholder erreicht. Die Zahnräder greifen ineinander. Es ist eine dreifache Winwin-Situation», sagt Dörig. «Wie man mit andersartigen Menschen umgeht, ist auch eine ökonomische Frage. Leute mit einer schweren Krankheit wie zum Beispiel Krebs gibt es in jedem Betrieb. Der Umgang mit Personen mit einer psychischen Beeinträchtigung befähigt, auch mit ihnen umgehen zu können», so Dörig – für den Wirtschaft und soziale Anliegen keine Gegensätze sind: «Wenn sie optimal miteinanderarbeiten, geht alles am besten auf. Ein guter Jobcoach versteht ökonomische und soziale Anliegen nicht als Widerspruch, sondern weiss sie zu verbinden.» 

Auch Praxis-Berichte von Jobcoachings zur Arbeitsplatzerhaltung finden Platz im Forum. Moderator ist Matthias Flückiger. Das Grusswort entbietet Markus Bänziger, Direktor IHK St.Gallen-Appenzell. Am Networkinganlass nehmen jedes Jahr über 200 Arbeitgeber und Integrationsfachleute teil. 

Programm/Flyer
Website Forum im Pfalzkeller