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Schrittweise vorwärts

Roland Manser arbeitet seit August 2000 bei obvita. Als kleiner Bub hatte er Berufswünsche wie viele Jungs: Lokiführer, Pilot oder Lastwagenchauffeur. Ihm gefiel, dass sein Vater als Chauffeur so viel rumkam.

Weil er als Jugendlicher keine passende Lehrstelle fand, machte Roland Manser verschiedene Praktika: als Maurer, Maler, Bäcker. Dabei merkte er, dass ihm vor allem der Kontakt mit Menschen gefiel. Mit 18 begann er eine Anlehre als Logistiker bei obvita und wechselte anschliessend in die Ausrüsterei. Im 2005 konnte er den Führerschein machen und bekam damit die Chance, für obvita Waren auszuliefern. Am Anfang lief es sehr gut, er war zufrieden und konnte machen, was ihm Freude bereitete. Aber dann wurde es schwierig. Er litt unter Depressionen und seine psychischen Erkrankungen bestimmten sein Leben. Er wollte die Verantwortung als Chauffeur nicht mehr tragen und wechselte schweren Herzens in die Produktion. Hinzu kamen Schulden, die sich angesammelt hatten. Mietkosten, Lebenskosten, Medikamente – die finanzielle Situation wuchs ihm über den Kopf. Im 2015 wurde ihm alles zu viel und er musste sich in eine Klinik begeben.

Ich habe gelernt, dass ich nicht allein bin, sondern auf ein Netz von Menschen zählen kann.

Heute sieht er diesen Aufenthalt als Gewinn. Er hat gelernt, dass er nicht allein ist und auf ein Netz von Menschen zählen kann. Seine Erkrankungen sind zwar nicht heilbar, aber er kann lernen, damit zu leben. Auch seine Arbeit macht ihm heute wieder Freude. Er ist ein Allrounder, er macht im Bereich Pharma unterschiedlichste Aufgaben, welche hohe Konzentration und Genauigkeit erfordern.

Früher wohnte Roland Manser in begleiteten oder teilbetreuten Wohngruppen. Dort hat er schrittweise gelernt, wie man einen Haushalt führt, Ordnung hält, kocht und einkauft. So konnte er vor kurzem seine eigene Wohnung beziehen. Eine grosse Entlastung war die Regelung seiner finanziellen Situation. Er bekam eine Beiständin, welche das Finanzielle für ihn in Ordnung brachte. Auch jetzt noch übernimmt sie die Abrechnungen und gibt ihm das Geld, das er für den Alltag braucht. Das nimmt eine grosse Last von ihm und er kann sich auf Anderes konzentrieren.

Dazu gehört das Reisen. Früher hatte er Flugangst. Nachdem ihn aber ein Kollege vor ein paar Jahren überzeugte, mit ihm nach Berlin zu fliegen, hat ihn das Reisefieber gepackt! Er war in den letzten Jahren viel an der Wärme: in Teneriffa, Gran Canaria, Südtürkei… und nun ist es sein grosser Wunsch, einmal nach Asien zu reisen, nach Thailand. Er hofft, dass es finanziell möglich sein wird. Ausserdem ist er leidenschaftlicher FCSG-Fan und versucht weiterhin, an jedem Heimspiel dabei zu sein.