Zurück in die Arbeitswelt

Zwei Personen am Tisch im Gespräch.

«Für viele Menschen ist Arbeit mehr als nur Beschäftigung: Sie gibt Struktur, schafft soziale Kontakte und vermittelt das Gefühl, etwas beitragen zu können. Fällt Arbeit weg, geht oft auch ein Teil der eigenen Identität verloren.»

Eliane Iten ist Job Coach bei obvita. Sie begleitet Menschen, die nach gesundheitlichen Belastungen wieder in die Arbeitswelt zurückfinden möchten. Viele von ihnen waren lange krankgeschrieben, manche ein bis zwei Jahre nicht mehr im Arbeitsprozess. Für sie ist bereits der Wiedereinstieg in eine regelmässige Tagesstruktur ein grosser Schritt. Eliane unterstützt sie dabei professionell, strukturiert und mit viel Feingefühl.

«Wenn jemand wieder in die Arbeit integriert werden kann, passiert ganz viel mit der Person», sagt Eliane. «Viele blühen auf und werden selbstsicherer.» Arbeit sei für viele Menschen mehr als Beschäftigung. Sie gebe Struktur, soziale Kontakte und das Gefühl, etwas beitragen zu können. Wenn Arbeit wegfalle, falle oft auch ein Teil der eigenen Identität weg.

Porträt Eliane Iten

Eliane Iten, Job Coach bei obvita

Von der Ergotherapie ins Job Coaching
Eliane ist ursprünglich Ergotherapeutin. Mit der Zeit merkte sie, dass sie stärker in die Beratung wechseln möchte. So kam sie zu obvita. Arbeitete Eliane früher fast den ganzen Tag direkt mit Patient:innen im medizinischen Kontakt, besteht ihr Alltag heute aus mehr Gesprächen, Standortbestimmungen, Bewerbungsarbeit, Kontakten mit Arbeitgebern, IV-Austausch und auch viel Administration. Geblieben ist der Kern ihrer Arbeit: Menschen in anspruchsvollen Lebenssituationen begleiten.

Ihr ergotherapeutischer Hintergrund hilft ihr dabei. Denn im Job Coaching geht es nicht nur um Lebenslauf und Stellensuche, sondern auch um Gesundheit, Belastbarkeit, Selbstvertrauen und realistische nächste Schritte.

Zuerst kommt Vertrauen
Viele Menschen, die zu obvita kommen, bringen lange Geschichten mit. Sie haben im ersten Arbeitsmarkt erlebt, dass sie nicht mehr mithalten konnten, zu oft krank waren oder immer wieder abbrechen mussten. Das hinterlässt Spuren. Manche waren lange zu Hause. Für sie ist es bereits herausfordernd, wieder regelmässig aufzustehen, einen Arbeitsweg zu bewältigen und Teil eines Teams zu sein. «Am Anfang steht das Kennenlernen. Wer ist diese Person? Was hat sie erlebt? Was ist gesundheitlich möglich? Welche Arbeit könnte passen? Und was braucht es, damit der Wiedereinstieg langfristig gelingt?», erklärt Eliane. «Der Beziehungsaufbau ist wichtig», sagt Eliane. Ihre Aufgabe ist es, zuzuhören und gleichzeitig zu klären: Was gehört in eine Therapie? Was betrifft die Arbeit? Und was ist für die berufliche Integration entscheidend?

Schritt für Schritt stabil werden
Viele Integrationsmassnahmen starten bei obvita intern. Das ist ein Vorteil, weil es verschiedene Arbeitsbereiche gibt und vollständig ohne Zeit- und Leistungsdruck gearbeitet werden kann. So kann gemeinsam geprüft werden, was zu einer Person passt und was im Moment realistisch ist. Manchmal beginnt der Weg in einem Bereich, der Sicherheit gibt. Nicht weil dieses Arbeitsfeld das spätere Ziel sein muss, sondern weil es den Einstieg erleichtert.

«Wer lange nicht gearbeitet hat, braucht oft zuerst wieder die Erfahrung: Ich kann etwas. Ich schaffe einen Arbeitstag. Ich halte eine Aufgabe durch. Daraus kann neue Stabilität entstehen. Wenn diese vorhanden ist, kann ein Bereichswechsel folgen oder der Blick nach aussen gerichtet werden.», so Eliane. Neben den persönlichen Gesprächen mit ihren Klient:innen, gibt es auch regelmässige Standortgespräche mit der IV, in deren Leistungsauftrag obvita in der Beruflichen Integration arbeitet.

Schritt für Schritt angekommen

Der Einstieg in ein neues Arbeitsleben beginnt selten mit einem grossen Sprung. Bei Josineyre Ebneter war es ein schrittweiser Prozess: ankommen, Sicherheit gewinnen, Neues erproben – bis daraus eine feste Stelle im ersten Arbeitsmarkt wurde.

Zwei Frauen sitzen an einem weißen Tisch in einem modernen Büro und lächeln in die Kamera. Beide tragen Geschäftskleidung, und im Hintergrund sind große Fenster mit geschlossenen Jalousien zu sehen.

Wenn die Stellensuche beginnt
Ist genügend Stabilität vorhanden, wird die Stellensuche konkreter. Dabei stellen sich sensible Fragen: Was soll ein Arbeitgeber über die aktuelle Situation wissen? Wie lässt sich eine längere gesundheitliche Abwesenheit erklären? Welche Aufgaben passen? Welche Belastung ist realistisch?

Manchmal begleitet Eliane ihre Klient:innen zu Bewerbungsgesprächen. Oft ist sie telefonisch mit Arbeitgebern im Austausch. Dafür braucht es Feingefühl. Eliane merkt meist schnell, ob ein Betrieb offen ist für gesundheitliche Themen. Sie erlebt eine positive Entwicklung: Immer mehr Arbeitgeber fragen nach, wollen verstehen und sind bereit, einen Integrationsversuch zu ermöglichen. Einige bieten ein befristetes Praktikum an, andere ein Praktikum mit Aussicht auf eine Festanstellung.

Professionell und menschlich
Job Coaching ist Beziehungsarbeit. Eliane erhält Einblick in persönliche Geschichten und muss gleichzeitig professionell bleiben. Manchmal liegen Selbstbild und Fremdeinschätzung weit auseinander. Dann braucht es klare Rückmeldungen. «Entscheidend ist immer, dass die Beziehung tragfähig bleibt», weiss Eliane. Schöne Momente erlebt sie, wenn sich Klient:innen stabilisieren, wenn sie wieder nach vorne blicken. Wenn jemand merkt: Ich kann mir etwas zutrauen.

Die professionelle Arbeit im obvita Job Coaching erfolgt strukturiert und zielorientiert. Das Netzwerk nach innen und aussen ist wichtig. Der Mensch steht im Zentrum: seine Geschichte, seine Ressourcen, seine Möglichkeiten. Die Perspektive: zurück in die Arbeitswelt. Schritt für Schritt.

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